GEDANKEN


Diese Rubrik steht zwar nicht vordergründig mit der Systemischen Arbeit in Zusammenhang - sie ist mehr persönlicher Natur - und dennoch spannt sich über alles ein Bogen und erschliesst sich ein Kreis.

 

Seit meinem 15. Lebensjahr nutze ich das Schreiben, um meine Gedanken und Gefühle zu ordnen und Erfahrungen zu verarbeiten. Als ich 20 war, erschien im Pro Lyrica Verlag mein Gedichtband 'Regenbogen',

der mittlerweilen etwas überholt ;-), und zudem längst vergriffen, ist.

Die Realisierung eines weiteren Bandes mit aktuellen Texten ist in naher Zukunft geplant.

 

Die verbindende Erfahrung, dass andere Menschen sich durch meine Texte berühren lassen, hat mich dazu bewogen, diese Rubrik in's Leben zu rufen, um fortan den einen und andern Gedanken hier zu teilen.

 

Dabei lasse ich mir betreffend Form, Gestaltung und zeitlicher Abfolge alle Freiheiten :-).

 

Ich freue mich, wenn Dich der eine oder andere Gedanke ein Stück weit zu tragen vermag...



 

selbst

du bist
wer stets schon mit mir war
wirst immer bei mir sein
was immer auch geschehen mag
du lässt mich nicht allein

du liebst mich weder für mein tun
noch für meinen schein
du liebst mich stets bedingungslos
einfach für mein sein

nicht immer war ich gut zu dir
 sah oft nicht deinen wert
doch wer das glück im aussen sucht
der wählt für sich das schwert

sei für das jetzt stets unbesorgt
ich achte nun auf dich
denn wenn für dich die sonne scheint
dann lacht sie auch für mich.



 

herbstlaub

 

der versuch

die vergangenheit zurückzuholen

gleicht dem unterfangen

das herbstlaub aufzusammeln

um es wieder an die bäume zu hängen.






eins

 

entspannt liegt er da
ruhend in sich selbst
er weiss sich aus sonnenstrahlen
funkelnde sterne aufzumalen

atmen
tief durchatmen
alles was ist, einatmen
alles was war, ausatmen

die warme erde unter den füssen spüren
ein leichter luftzug, der den körper sanft umspielt

die natur einatmen
die gedanken ausatmen

er scheint einladend zu flüstern
seine schönheit animiert zum sprung
eintauchen, abtauchen
von ihm umhüllt, getragen
schliesslich eins
blosses sein
eins mit allem

DANKE




 mein verstand

bombardiert mein herz

unentwegt

mit überragend überzeugenden argumenten

mein herz stellt sich gelassen hin

und lacht ihn aus.



Bevor ich dir begegnet bin, wusste ich noch beinahe nichts über dich. Doch irgendwie hast du dich gut angefühlt - so neu und unverbraucht, so spannend und vielversprechend. Die bereits absehbaren, grossen Herausforderungen, vor die du mich stellen würdest, haben mich mehr gereizt als beängstigt. So hatte ich mich auf dich gefreut, mich dir vertrauensvoll geöffnet und dich willkommen geheissen. Du hast mich gleich zu Beginn in deine liebevollen Arme genommen und mich in meiner Zuversicht bestärkt. Nach den ersten Hochgefühlen habe ich weitere Seiten von dir kennengelernt. Du hast mich stark gefordert, aber auch gefördert, hast mir Rätsel aufgegeben, aber auch Lösungen ermöglicht. Du brachtest ein hohes Mass an Eigendynamik mit und mochtest den stetigen Wandel ständig auf's Neue bewiesen sehen. So hast du mich teils auf Wolken gebettet, mich mit Sternschnuppenregen überrascht und mir magische Momente beschert, mich anderntags aus der Sonne geholt und ziemlich unsanft mit dem Schatten konfrontiert, um mir dann wieder einen Stern zu schenken. Teils hast du mich an meine Grenzen gebracht, teils mir darüber hinaus verholfen. Du hast mich zum Lachen und zum Weinen gebracht, hast nichts ausgelassen. Es wird bald Zeit, Abschied zu nehmen - du gehst nach hinten und ich nach vorne. Ich bin dir dankbar für alles, was ich durch dich erfahren durfte - für das Lichte und das Dunkle. Vieles werde ich gerne behalten, einiges befreit zurücklassen. Ich werde mir dich noch einmal bewusst ansehen und dann sagen „Adieu 2017“.



wandel(nd)

 

einst hattest du zu stark gelitten
durch schmerz vom leben abgeschnitten
dich leise zurückgezogen
verwundet davon geflogen

hast dich in sicherheit gebracht
dahin, wo keiner weint und keiner lacht
dort, wo der schnee stets alles dämpft
wo sich erholt, wer müd' gekämpft
dort, wo der nebel wohnt und jeden kleidet
wo schutz erfährt, wer zu sehr leidet.

 

ungezählte jahre zogen in's land
dann reichte ich dir meine hand


dir in der nacht die sterne zeigen
mich bei tag mit dir zur sonne neigen

wir erinnerten uns an alles eins und alles licht
spürten so die irdische getrenntheit nicht
alles duale schien in sich selbst verwoben
die polarität war gänzlich aufgehoben.

 

doch als mensch hat nichts hier auf der erde je bestand
das rad dreht sich, alles vergeht, wird zu asche und sand


hier bedingen sich schatten und licht
ohne erleben erfahren wir's nicht

wachstum erfordert den stetigen wandel
bedingungslose akzeptanz, abseits von handel
voller hingabe, synchron mit dem fluss
alles geschieht, exakt wie es muss

teil um teil fügt sich so zurück in's leere volle ganze ein
solange wir mensch sind, müssen, dürfen und sollen wir's sein.




vernünftig ist

wer erkannt hat

wie unvernünftig

vernunft manchmal sein kann.

(dies hatte ich vor bereits etwa 30 Jahren geschrieben und es bestätigt sich immer wieder ;-))





 

 

ich befreie mich und nehme mir die lasten ab
ich gebe sie dankend zurück
tausche steine und asche gegen federn und licht

 

ich drehe mich um, richte mein herz nach vorne aus
ich nähre, behüte und beschütze mich
bin mir mutter und vater zugleich

 

ich reinige den spiegel und halte ihn mir vor
ich freue mich über mein staunen und über meine freude
umarme mich und gehe mit mir hand in hand.



 

ein baum, der seine wurzeln tief in die erde treibt

der, fest verankert, selbst bei sturm gelassen bleibt

 

ein blatt, das vom wind getragen durch die landschaft schwebt

das sich, jedem luftzug ergeben, im steten wechsel senkt und hebt

 

eine raupe, die in ihrem kokon dem vermeintlichen ende entgegen sieht

die in ihrer dunkelheit zweifelt, weil sie nicht ahnt, wie ihr geschieht

 

ein schmetterling, der tief berührt, sich selbst entdeckt

der, frisch geschlüpft, freudvoll seine flügel reckt

 

ein bergsee, der durch seine ruhende klarheit besticht

dessen direkte verbindung zur quelle nichts je unterbricht

 

ein tosendes meer, das seine wellen zum land hin treibt

das, abhängig vom mond, stets in bewegung bleibt

 

ein baum, der seine äste richtung himmel streckt

der freudig wächst und den nichts schreckt

 

dies alles bin ich, bist du, sind wir

dies und vieles mehr - dafür sind wir hier.

 





 wo kostbarkeit

als selbstverständlich

missverstanden wird

kostet es sie selbst verständlicherweise

ihr dasein.



bedingungslos

deine gastfreundschaft

befreiend

deine offenheit

wertungsfrei

dein zuhören

wortlos

deine weisheit

unantastbar

deine würde

beruhigend

dein sein

grenzenlos

deine liebe

danke, wald.

 



Ich hatte deinen Namen bereits x-fach gehört und ihn auch selbst schon mehrmals erwähnt, war jedoch noch zu sehr mit Vergangenem beschäftigt gewesen, um dich mehr als bloss flüchtig wahrgenommen zu haben. So hattest du von mir jene absolute Aufmerksamkeit, die dir zusteht, noch nicht wirklich bekommen. Dies wollte ich unbedingt nachholen und mich in aller Ruhe mit dir an einen Tisch setzen - nur du und ich - damit wir Gelegenheit hätten, uns kennenzulernen und die uns bevorstehende gemeinsame Zeit zu besprechen.
Du bist meiner Einladung sofort gefolgt und, komplett in Weiss gehüllt, zu unserem Treffen erschienen. Obwohl ich deine Augen hinter dem geheimnisvollen Schleier nicht erkennen konnte, hatte ich den Eindruck, du würdest mich anstrahlen. Unsere Unterhaltung verlief jedoch etwas anders, als von mir gedacht. Auf jede meiner Fragen hast du bloss auf dein mitgebrachtes Geschenk und meine zahlreichen Malutensilien gedeutet. Egal, welches Thema ich auch anstiess, so war deine Antwort stets diesselbe. Allmählich begann ich zu verstehen, und da ich in deiner immer gleichen Geste auch viel Verständnis, Zuspruch und Liebe wahrnahm, breitete sich in mir eine zufriedene Gelassenheit aus. Deine Anwesenheit und dein Verhalten stimmten mich so zusehends freudiger, und ich bemerkte ein zuversichtliches Lächeln auf meinem Gesicht.
Herzlichen Dank für dein wundervolles Geschenk, diese riesige, weisse Leinwand. Nun freue ich mich so richtig darauf, sie Stück für Stück, mit allem, was mir zur Verfügung steht, zu gestalten. Ein paar Skizzen sind bereits vorhanden, sowie die Absicht, auch neue Maltechniken zu erlernen und anzuwenden, einige zusätzliche Farben neu zu entdecken, sie alle mal wild untereinander zu vermischen und so auch konzeptlos Neues entstehen zu lassen...
Ich bin gespannt auf all' die Kreationen und nehme mir vor, fortan jeden einzelnen Bildausschnitt bewusster wahrzunehmen. Willkommen 2018!


"UNSERE WAHRE AUFGABE IST ES, GLÜCKLICH ZU SEIN."

Dalai Lama