Ceci n'est pas une pipe

 

René Magritte, ein belgischer Maler des Surrealismus sorgte mit einem seiner bekanntesten Werke einst für Verwirrung. Auf dem Bild ist eine Pfeife zu sehen und darunter der Schriftzug 'Ceci n'est pas une pipe' ('Dies ist keine Pfeife'). Er demonstrierte damit, dass selbst die realistischste Abbildung eines Objekts nicht das Objekt selbst ist - wer dies nicht verstehen könne, möge mal versuchen, diese Pfeife zu rauchen. Spätestens dann würde er feststellen, dass es sich dabei eben nicht um eine Pfeife, sondern bloss um das Bild einer solchen handle.

 

Genauso verhält es sich auch mit unserem Spiegelbild. Wenn der Spiegel, in dem wir uns zuvor leicht erkennen konnten und der es uns so auch vereinfachte, uns selbst zuzulächeln, in die Brüche geht, so bedeutet dies nicht etwa, dass wir selbst zerbrochen oder gar verschwunden wären - auch wenn es sich wohl für so manchen bereits mal so angefühlt haben mag...

 

Was können wir in solchen Fällen also tun, um uns nicht weiter dieser Illusion hinzugeben? Wie immer, wenn wir in Situationen geraten, in denen wir nichts mehr sehen können, halten wir dann am besten mal inne und erinnern uns an unsere übrigen Sinne. Wir horchen, tasten, spüren, und realisieren so, in dem Fall mit dem verschwundenen Spiegelbild, dass wir ja trotzdem noch immer unverändert hier sind. Sich dann bewusst selbst zuzulächeln, tröstet besser und vor allem nachhaltiger über den Verlust des Spiegels hinweg, als sich gleich einen neuen zu besorgen ;).

Gemälde (bzw. bloss ein Bild des Gemäldes ;)) 'La trahison des images' von René Magritte
Gemälde (bzw. bloss ein Bild des Gemäldes ;)) 'La trahison des images' von René Magritte

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